November 11, 2016

Neuer Island Katalog 2017 mit Vorwort von Hörður Erlingsson


 

Unser neuer Island Katalog 2017 ist fertig und kann kostenlos angefordert werden oder auch auf unserer Homepage angesehen werden.

 

Der andauernde Touristenansturm welchen wir seit 2008 beobachten, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Wie der Gründer Hörður Erlingsson und wir als Mitarbeiter damit umgehen, können Sie in diesem Artikel und Vorwort im neuen Katalog lesen:

Liebe Islandfreunde

In diesem Jahr erwarten wir hier in Island etwa 1,7 Millionen Gäste. Mit einer jährlichen Zuwachsrate von knapp 30 Prozent könnte die Gästezahl im Jahr 2018 die Einwohnerzahl von den 330 000 Isländern sechsmal übertreffen. Hier spielt der zunehmende Wintertourismus mit den Nordlichtern eine große Rolle.

Angefangen hat dieser Boom nach der Wirtschaftskrise 2008 als Island nahe dem Bankrott stand und die Krone um 50 Prozent abgewertet wurde. Das bisher teure Island wurde auf einmal ein erschwingliches Reiseland. Zwei Jahre später kam die beste Werbung für Island mit dem Ausbruch des Vulkans Eyjafallajökull, der über Nacht weltbekannt wurde. Seitdem ist dieses kleine Land ständig in der Weltpresse, zuletzt in diesem Sommer, als die isländischen Fußballer in Frankreich mit ihrem Können und Charme völlig unerwartet die Sportwelt eroberten. Die zehntausend isländischen Zuschauer die in Frankreich „ihren Jungs“ zujubelten, waren mit ihrer symphatischen Begeisterung eine gute Werbung für Land und Leute.

Es hat sich also schnell herumgesprochen, dass Island viel zu bieten hat. Sind wir vielleicht zu bekannt geworden? Ist dieses ruhige, friedliche Land mit seinen einmaligen Naturschönheiten ein Opfer des Massentourismus geworden? Die Antwort ist nein. Noch nicht. Island hat Platz für 2-3 Millionen Gäste jährlich, es hängt von uns Isländern selbst ab, wie wir uns darauf vorbereiten. Damit haben wir nun endlich angefangen. Flächenmäßig ist Island groß genug mit 103 000 Quadratkilometern. Und die Natur bietet bedeutend mehr Sehenswürdigkeiten als die fünf bekanntesten Highlights, die alle bestaunen wollen – leider meistens zur selben Tageszeit.

Massentourismus vermeiden

Mit guter Organisation kann man das unangenehme Erleben des Massentourismus vermeiden. Wir hier im Büro haben vor geraumer Zeit, zusammen mit unseren Reiseleitern damit angefangen, die Gruppenreisen umzugestalten. Wir möchten den Gästen Ruhe und Einsamkeit bieten können, owohl wir auch die sogenannten Höhepunkte besuchen. Gewiss besuchen wir mit denen die das erste Mal nach Island kommen, diese Perlen wie den alten Thingplatz, Geysir und Gullfoss. Aber wir machen das auf eine andere Art und zu anderen Zeiten als die Meisten. Vor allem ist es wichtig, die Ausflugsprogramme der Kreuzfahrtschiffe zu kennen. Und davon gibt es über hundert Schiffe pro Sommer.

Fast alle sind mit dutzenden Bussen zur selben Zeit am selben Ort. In Þingvellir, dem alten Thingplatz, halten wir erst kurz vor dem Mittag und weichen somit den Kreuzfahrtgruppen aus, die alle schon auf dem Weg zum Geysir und Gullfoss zur Mittagspause sind. Wir besuchen den Wasserfall Gullfoss gleich nach dem Frühstück, vorzugsweise bei einem Spaziergang entlang der Schlucht und sind bis 10 Uhr alleine am Wasserfall.

Abseits der üblichen Wege

Wie wir oft betont haben, basieren unsere Individualreisen auf den Erfahrungen, die wir mit unseren Gruppenreisen kontinuierlich machen. Dieses Wissen geben wir auch an unsere Selbstfahrer weiter. Es war schon immer unser Ziel, neue Orte zu entdecken und spannende Wanderwege zu erkunden. Sogar an der asphaltierten Ringstraße Nr. 1 haben wir unsere geheimen Ecken. Wir sind auch viel im Landesinneren, im sogenannten Hochland, auf Schotterpisten, mit dafür bestens ausgerüsteten Bussen.

Unsere Reisen für Geographen und Geologen sowie die Jeep Safaris sind ein gutes Beispiel für Touren, die diese Gebiete besuchen, die die Standardreisen nicht abdecken können. Auf unseren Reisen in die Westfjorde wandern und weilen wir in Gegenden, die abseits der üblichen Wege liegen. Hier gibt es immer noch genügend Platz für alle die, die in Ruhe eine noch unberührte Natur genießen wollen. Auf allen unseren Touren versuchen wir den Gästen einen Einblick in die einmalige Welt des isländischen Hochlandes zu geben, welches zum größten Teil unberührt und menschenfrei ist. Die Ruhe und die Weitsicht ist dort unbeschreiblich.

Das isländische Hochland zu einem Nationalpark

Vor 20 Jahren habe ich auf einer Reisekonferenz vorgeschlagen, das ganze isländische Hochland zu einem Nationalpark zu erklären. Damals wäre es der größte Europas gewesen. Der Applaus im Saal war gedämpft. Aber die Zeiten ändern sich. Ende Oktober sind Parlamentswahlen hier in Island. Sieben politische Parteien haben eine Chance ins Parlament zu kommen. Davon haben 5 Parteien erklärt, dass sie das ganze Hochland zu einem Nationalpark erklären möchten. Glaubt man den Meinungsumfragen, haben diese Parteien eine gute Mehrheit im nächsten Parlament. Mit mehr als der Hälfte des Landes als Nationalpark hätten wir eine ideale Lösung für den Schutz der fragilen Natur auf Island und können dabei gleichzeitig den Massentourismus in einen sanften Tourismus überführen.

Lieber Islandfreund, wir heißen Sie herzlich willkommen und sagen auf isländisch „Góða ferð“ – gute Reise!

 

Hörður Erlingsson und das Erlingsson-Naturreisen-Team